Webhoster zu Schadensersatz verpflichtet

Webhoster werden per Gericht zu Schadensersazt verpflichtet

Für Betreiber einer Website war es der absolute Albtraum: Eine Festplatte war bei ihrem Webhoster defekt und ein Backup für die wichtigen Daten der Kundin nicht vorhanden. Laut der rechtsanwältlichen Kanzlei Schulz Tegtmeyer Sozien, welche die Betreiberin der Webseite vor dem Duisburger Landgericht vertrat, sei die Seite unwiederbringlich zerstört. Das Landgericht in Duisburg hatte vorab mit dem Paragrafen 2014 (22 O 102/12 durchgesetzt, dass ein Hoster zu regelmäßigen Backups verpflichtet ist. Wenn keine Sicherungskopien erstellt werden und dadurch eine Webseite zerstört wird, sei der Betreiber der Webseite schadensersatzpflichtig.

Webhoster sind zur Durchführung von Backups verpflichtet

Die Verpflichtung, regelmäßige Backups durchzuführen, gelte ebenso, wenn es sich beim Hoster nur um einen Reseller handelt, der den Server selbst nicht bereitstellt. Die Verpflichtung sieht vor, dass ein Wiederverkäufer von Webspace dafür zuständig ist, dass regelmäßige Backups der Internetpräsenz erstellt werden.

Schadensersatzanforderungen

Demzufolge erkannten die Richter Schadensersatzforderungen an, allerdings nicht in der vollen Höhe. Als Ausgleich sei ein Abzug dafür erforderlich, dass die Kundin geschädigt wurde und statt der alten Sache eine Neue erhalte. Jedoch vertraten die Anwälte diese Argumentation nicht, da eine Webseite ihrer Meinung nach nicht verschleißen und altern könne.

Nutzausfallentschädigung verweigert

Zudem verweigerte das Landgericht eine Ausfallentschädigung, da die Webseite monatelang ausgefallen war und nicht genutzt werden konnte. Der Grund hierfür war, dass es sich um kein Mietobjekt handele. Die Anwälte vertraten die Ansicht, dass eine solche Entschädigung allerdings bei Wirtschaftsgütern eine wichtige Bedeutung hätte und in diesem Fall gezahlt werden müsse. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig und die Anwälte haben gegen diese Entscheidung schon Berufung eingelegt.